08.05.2026

Umfassende Notfallübung Alpha 10 am Graz Airport erfolgreich beendet

Personen mit Schutzanzügen vor einem Propellerflugzeug.

Was tun, wenn die Gefahr nicht sichtbar ist?

Alpha 10 widmete sich einem Thema, das in dieser Form am Graz Airport noch nicht beübt wurde: Mögliche Infektion mit einer hochansteckenden Krankheit.

Feldkirchen bei Graz, 08.04.2025: Alle zwei Jahre werden auf internationalen Flughäfen umfassende Einsatzübungen durchgeführt, um die Notfallplanung zu überprüfen. Meist geht es dabei um komplexe Flugzeugunfälle. Die Verantwortlichen am Graz Airport und ihre Partner widmen diese Übungen aber auch anderen potenziellen Gefahren, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und so schließlich für eine Vielzahl unterschiedlicher Ereignisse vorbereitet zu sein.

Andreas Weitlaner, Bezirkshauptmann Graz-Umgebung, erklärt: „Übungen dieser Art dienen dazu, das Zusammenwirken der verschiedenen Einsatzorganisationen untereinander, aber auch mit den zuständigen Behörden und dem Flughafen zu üben. Es ist daher wichtig und sinnvoll, die unterschiedlichsten Gefahrenlagen zu beüben, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein.“

„Sicherheit entsteht nicht erst im Ernstfall, sondern durch Vorbereitung, Training und Vertrauen“, bestätigt Antonio Cuomo, Pilot und Head of Sales von Avantiair. „Bei Avantiair arbeiten wir täglich daran, unsere Prozesse zu verbessern; diese Übung ist ein wichtiger Teil davon.“

Valentin Krause, Rotes Kreuz, unterstreicht: „Das Rote Kreuz ist da, um zu helfen – im Alltag genauso wie in außergewöhnlichen Situationen. Damit Menschen sich im Ernstfall auf schnelle und koordinierte Hilfe verlassen können, braucht es regelmäßiges gemeinsames Üben unter möglichst realistischen Bedingungen. Genau das leisten Großübungen wie diese.“

„Wir haben für einen derartigen Notfall einen eigenen Alarmplan, der mit den verantwortlichen Behörden abgestimmt wurde“, erklärt Jürgen Löschnig, Geschäftsführer Graz Airport. „So ein Szenario unterscheidet sich aber vor allem in Hinblick auf Verantwortlichkeiten bzw. auf das Zusammenspiel der verschiedenen Behörden und Einsatzorganisationen grundlegend von den meisten anderen Notfallszenarien. Daher hat es uns schon länger unter den Fingernägeln gebrannt, eine Übung zu diesem Thema durchzuführen.“

Ein großes Dankeschön geht an die deutsche Airline Avantiair, die durch die Bereitstellung eines Flugzeugs für ein besonders realitätsnahes Übungsumfeld gesorgt hat.

Insgesamt nahmen rund 200 Personen an der Übung teil.

Das Drehbuch:

Ein Forscherteam des Biotechnischen Foroza Institutes in Wien erforscht in Zentralafrika eine neue Impfmethode gegen Ebola. Da sich die Situation vor Ort aufgrund eines aktuellen Ausbruchs der tödlichen Krankheit radikal verschlimmert, wird das Team mit einer Dash8-Q400 zurück nach Wien evakuiert. Die Flugzeit beträgt ca. neun Stunden. Nach etwa sieben Stunden wird der Flugsicherung ein medizinscher Notfall zweier Passagier:innen gemeldet. Da sich der gesundheitliche Zustand der beiden Personen akut verschlechtert, wird das Luftfahrzeug nach Graz umgeleitet, um die betroffenen Personen so schnell wie möglich medizinisch zu betreuen. Die Flugsicherung TWR-Graz informiert den diensthabenden ADM (Airport Duty Manager) um 13:00 Uhr Lokalzeit über die medizinische Ausweichlandung. Die Landung erfolgt um 13:20 Uhr in Graz.

Die Ziele:

 Überprüfung von:

  • Alarmplan 5 „Bedrohungslage Infektion“ des Graz Airport
  • Alarmierungskette
  • Örtlichkeiten: Flugzeugabstellposition, Notfallgate Infektion, neue Räumlichkeiten Führungsstab und Notfallinformationszentrum
  • Datenerfassung Passagier:innen
  • Versorgung Verdachtsfälle
  • Betreuung Passagier:innen
  • Training richtiges und schnelles Anlegen von Schutzausrüstungen, Aufstellen einer Dekontaminationsstation, Umgang mit Inkubator (Hochinfektions-Transport-Team)
  • Zusammenspiel, Kommunikation Behörden, Einsatzorganisationen und Graz Airport

Im besonderen Fokus der Übung steht der Schutz: Wie müssen sich alle Beteiligten verhalten? Welche Schutzausrüstungen müssen sie verwenden, um sich und letztendlich auch die Bevölkerung vor einer gefährlichen und hochansteckenden Krankheit zu schützen?

„Dank aller beteiligten Partner:innen und Mitarbeiter:innen konnten wir die Übung erfolgreich und mit neuen wichtigen Erkenntnissen, die in die zukünftige Notfallplanung einfließen, beenden“, zeigt sich Jürgen Löschnig zufrieden.

Die Beteiligten:

  • Berufsfeuerwehr Graz
  • Österreichisches Rotes Kreuz
  • Landespolizeidirektion
  • Grenzpolizeiinspektion Graz Airport
  • Landeswarnzentrale                               
  • Bezirkshauptmannschaft Graz-Umgebung
  • Gesundheitsamt Stadt Graz/Desinfektionsanstalt
  • Externe Beobachter (BMIMI, ÖRK)
  • Kriseninterventionsteam Steiermark
  • Graz Airport